Unglückliches Halbfinalaus

Die Veilchenladies melden sich aus der Winterpause zurück. Noch vor dem Trainingsauftakt Anfang Februar zeigten sie sich am Sonntag dem Berliner Publikum. Beim 11. Hallenmasters ging TeBe als Titelverteidiger an den Start. Am Ende reichte es zwar nicht zum erneuten Gewinn des Wanderpokals, doch der Sieg im „kleinen Finale“ und der damit verbundene dritte Platz versöhnten etwaige Nörgler.

Schon vor Beginn des Turniers in der Sporthalle Schöneberg dämpfte Trainer Michael Koch, der erneut den im Urlaub befindlichen Sven Thoß vertrat, die Erwartungen: „Man muss einfach sehen unter welchen Voraussetzungen wir hier antreten. Wir kommen kalt aus der Winterpause, haben erst einmal kurz trainiert. Die anderen Teams sind durch ihre jeweiligen Hallenturniere bereits im Rhythmus.“ Zudem musste TeBe auf einige angeschlagene oder beruflich gebundene Spielerinnen verzichten.
Entsprechend mühselig kamen die Veilchen in das Turniergeschehen. Bereits im ersten der jeweils zehnminütigen Vorrundenspiele gab es eine Niederlage.
Alle Partien im Überblick:

FFC Berlin – Hohen Neuendorf 0:2
Johannisthal – GW Neukölln 0:9

Al Dersimspor – TeBe 1:0
Gleich in im ersten Spiel des Tages trafen die Veilchenladies auf den Sieger des Verbandsliga-Tunieres, den BSV Al Dersimspor. Nicht wenige sahen in den Damen vom Anhalter Bahnhof den Geheimtipp des Tages und sprachen ihnen durchaus Chancen auf den Wanderpokal zu. Erwartungsgemäß quirlig präsentierte sich Al Dersimspor. Mit technischen Einzelqualitäten und ideenreichem Passspiel kombinierten die Rot-Weißen geschickt. In der Anfangsphase der Begegnung drückten sie TeBe hinten rein. Senem Özer musste nach vier Minuten mit ganzem Einsatz einen Schuss zur Ecke lenken, in deren Folge ein Kopfball über das von Kerstin Prusas gehütete Borussen-Tor hinwegflog.
Der goldene Treffer der Partie war dann aber ein Sonntagsschuss. Von der Mittellinie hatte Mehtap Ardahanli abgezogen und die Kugel ging unhaltbar in den Winkel. Nach dem Treffer kam TeBe besser ins Spiel. Zwar waren die meisten Aktionen noch etwas hüftsteif, aber es ergaben sich nun Torchancen. Zweimal Madleen Wilder und einmal Sabine Küpper zwangen die Torhüterin von Al Dersimspor zu Paraden. In der Schlussminute klatschte der Ball zudem an den Pfosten, doch ein Treffer gelang nicht.

1.FC Lübars – 1.FC Union 0:2
Adlershofer BC – FFC Berlin 1:0
Lichterfelder FC – Johannisthal 5:0
Hohen Neuendorf – Al Dersimspor 0:3
GW Neukölln – 1.FC Lübars 1:2

TeBe – Adlershofer BC 0:0
Auch in dieser Begegnung wollte der Ball nicht in des Gegners Tor. TeBe tat sich weiterhin mit dem direkten und schnellen Passspiel schwer, war insgesamt zu langsam. Aber auch der ABC konnte offensiv keine Akzente setzen. Die gefährlichste Szene war ein abgefälschter Schuss, welcher sich von oben auf das Tornetz senkte. Bei den sonstigen Versuchen war stets Prusas auf dem Posten und hielt sicher. Für die Veilchen hatten Özer, Küpper und Chantal Hoppe, frisch vom Adlershofer BC zu TeBe gewechselt, Möglichkeiten. Ihre Schüsse wurde aber jeweils zur Ecke geblockt. Insgesamt präsentierten sich die Borussinen noch zu unpräzise im Abschluss.

1.FC Union – Lichterfelder FC 0:0
Al Dersimspor – FFC Berlin 2:1
1.FC Lübars – Johannisthal 5:0
Hohen Neuendorf – Adlershofer BC 1:1
GW Neukölln – Lichterfelder FC 2:0

FFC Berlin – TeBe 0:7
Diese Abschlussschwäche sollte jedoch gegen den Sieger des Landesliga-Turniers überwunden werden. TeBe agierte lebendiger, der Ball lief schnell und flüssig. Wenn sich die Möglichkeit zum Torschuss ergab, wurde diese auch genutzt. Schon in der ersten Minute hatte Özer eine Doppelchance, doch erst hielt die Torhüterin, dann ging der Ball an die Latte. Letztendlich war es dann Denise Neubauer, die einen Pass von Özer aus kurzer Distanz zur Führung über die Linie drückte. In der Folge drängte TeBe weiter auf das FFC-Tor und war damit auch erfolgreich. Özer mit Mut von der Mittellinie, Hoppe nach einer Ecke, sowie abermals Neubauer erhöhten im Minutentakt. Ebenso konnten sich Verbandsliga-Spielerin Maizun Abu Hatab und zweimal Küpper in die Torschützenliste eintragen. Der FFC kam nur einmal vor das gegnerische Tor, doch Prusas lenkte den Schuss über den Querbalken.

Johannisthal – 1.FC Union 1:12
Adlershofer BC – Al Dersimspor 1:3
Lichterfelder FC 1.FC Lübars 0:1

TeBe – Hohen Neuendorf 2:0
Durch die Schützenhilfe des BSV Al Dersimspor, der sportlich fair nicht auf die Bitte des Adlershofer BC eingegangen war freiwillig zu verlieren, hatten die Veilchen noch die Chance auf das Halbfinale. Hierfür reichte ein Remis gegen den Regionalligisten Blau-Weiß Hohen Neuendorf im letzten Vorrundenspiel. Hohen Neuendorf hingegen musste gewinnen.
TeBe hatte in der Begegnung zwar leichte optische Vorteile, kam jedoch kaum zu Möglichkeiten. Erst nach fünf Minuten musste die Torhüterin der Blau-Weißen ein Schuss von Hoppe zur Ecke lenken. Hoppe war es dann auch, die kurz darauf nach der Balleroberung von Neubauer frei vor der Keeperin eiskalt zum 1:0 einschob. Mit der Führung im Rücken verstärkte TeBe das Pressing und ließ Hohen Neuendorf nicht aus deren Spielhälfte entweichen. Özer erzielte aus der Zweiten Reihe nach einer Freistoßablage den Treffer zum Endstand. Neubauer und Abu Hatab hatten weitere Chancen, schossen aber jeweils drüber.

1.FC Union – GW Neukölln 1:0

Platzierungsspiele

um Platz 9
FFC Berlin – Johannisthal 7:1

um Platz 7
Hohen Neuendorf – Lichterfelder FC 1:2

um Platz 5
Adlershofer BC – GW Neukölln 2:1

Halbfinals

Al Dersimspor – 1.FC Lübars 1:3 (nach 9m-Schießen)

1.FC Union – TeBe 2:0 (nach 9m-Schießen)
Im Halbfinale traf TeBe auf den Sieger der Vorrundengruppe B, den 1.FC Union. In der Begegnung gegen den Ligakonkurrenten aus Köpenick entwickelte sich ein temporeiches und spannendes Spiel. Obwohl Union von einer kleinen Fangruppe, deren Gesänge in ihrer Monotonie eher an indianische Regentänze als an Schlachtrufe erinnerten und somit höchst nervtötend waren, unterstützt wurde, bestimmte TeBe die ersten Minuten. Wilder und Özer zwangen jeweils die Torhüterin zu Paraden. Danach schwappte das Geschehen zwischen den Torräumen hin und her. Erst als Neubauer frei vorm Kasten aus der Drehung den Ball verfehlte gab es den nächsten Aufreger. Im Gegenzug donnerte eine Köpenickerin den Ball an die Latte des TeBe-Tores. Auch Prusas musste in dieser Phase mehrmals retten. Zum Ende hin hatten dann wieder die Veilchenladies ihre Möglichkeiten. Hoppe schloss auf die Keeperin ab, Wilder ballerte drüber und Özer traf von der Mittellinie nur den Pfosten.
Somit ging es ins 9m-Schießen, wo das Glück auf Seiten der Köpenicker war. Während die beiden Schützen für Union trafen, waren die Borussinen nicht erfolgreich. Mannschaftsführerin Franziska Liepack setzte den ersten Neunmeter über das Tor und Özer traf erneut nur den Pfosten.

Spiel um Platz 3

Al Dersimspor – TeBe 0:3
Nach der Niederlage in der Lotterie des 9m-Schießens wollte TeBe zumindest im „kleinen Finale“ gewinnen und sich für die Auftaktniederlage revanchieren. Dies gelang gegen nun konditionell schwächelnde Akteurinnen von Al Dersimspor klar und deutlich. Neubauer erzielte schon nach einer Minute aus dem Gewühl heraus den Führungstreffer. TeBe schien nun im sechsten Auftritt des Tages eingespielt. Mit direktem Passspiel knackte man den Gegner, an dessen Quirligkeit man noch am Anfang des Tages gescheitert war. Wilder erhöhte mit einem Konter nach fünf Minuten auf 0:2, ehe Küpper mit einem strammen Linksschuss den Endstand herstellte. Weitere Versuche von Abu Hatab, Franziska Koop, Neubauer und Küpper hielt die Torhüterin.
Mit dem dritten Platz kann man angesichts der Trainingssituation sicherlich zufrieden sein. Zumal das Ausscheiden im Halbfinale äußerst unglücklich war. Auch wenn es nur ein Hallenturnier war, so gibt der kleine Erfolg vielleicht etwas zusätzliche Motivation für die demnächst anstehende Vorbereitung zur Rückrunde in der 2. Bundesliga.

Finale

1.FC Lübars – 1.FC Union 7:6 (nach 9m-Schießen)


TeBe spielte mit: (v.l.n.r.) Hinten: Trainer Michael Koch, Kerstin Prusas, Maizun Abu Hatab, Franziska Koop, Madleen Wilder, Physiotherapeutin Nathalie Velow; Mitte: Franziska Liepack, Sabine Küpper, Chantal Hoppe, Senem Özer; Vorne: Denise Neubauer

Tore: Küpper, Neubauer (je 3), Hoppe, Özer (je 2), Abu Hatab, Wilder (je 1)